BMW E28 545i Turbo Projekt

Alles betreffend Abgasaufladung: Turbolader, Konzepte, Krümmer etc

Moderator: Grimmjar

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skyline131
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Registriert: Mo 14. Feb 2022, 16:54

Hallo zusammen!

Bin zwar neu hier im Forum, aber habe dennoch schon viel Erfahrung mit diversen
Motorumbauten usw. in einigen BMW-Modellen.
Jedoch immer alles mit Sauger-Motoren (M20 M30 M50 S50 S54 M60 S62 etc.)

Nun wäre aber das erste Turbo-Projekt an der Reihe :!:

Fahrzeug: BMW E28 525i (Projektaufgabe ohne Motor)
Motor: M106 Motor aus einem E23 745i ohne Kabelbaum

Da es mein erster "Tuboumbau" ist, wollte ich den M106 Motor
in den E28 nur mit einer Softaufladung (0,4 - 0,5bar) mal zum laufen bringen.
(Auch wichtig wegen der Eintragung)
Sprich ich möchte gerne den M106 mit der "neueren M30 Steuerung / Motronic 1.3" von einem
E34 aufrüsten und auch mit dessen Schaltgeriebe fahren.
(Habe einen kompletten M30B35 von einem E34 noch als Ersatzteilspender übrig)
Auch der KW-Sensor samt Schwingungdsämpfer und Anbauteile kommt alles vom M30B35 auf den M106 Block.

Später kann dann mit einem anderen Lader und einer frei programmierbaren Steuerung
die Sache besser abgestimmt werden und mit mehr Leistung auch gefahren werden.

Doch jetzt möchte ich erstmal die Serienleistung des M106 von ca. 250PS und 380Nm mit dem originalen K27 Lader erreichen
und hätte folgende Teile verbaut:

Krümmer und Turbolader original vom E23 745i
Sport AGA vom E28 535i
Ölkühler vom E23 745i
Ladeluftkühler universell, der sauber in die Frontmaske passt
Wasserkühler vom E28 535i mit Klima

M30B35 Motorkabelbaum natürlich am E28 angepasst
Zündkerzen neu Bosch W8DC (Originale vom M106)
Zündkabel und Verteiler neu vom M30B35
Motorsteuergerät M30B35 0261200179
LMM vom M30B35 vor Turbo mit originalen E23 Luftfilterkasten

Einspritzventile 320ccm bei 3bar
Benzindruckregler einstallbar, Grunddruck reduzieren auf 2,0bar
Benzinpumpe extern (250l/h)
FMU 10:1

Zusätzlich kommt um die Sache im Auge zu behalten noch:
AFR-Anzeige
Abgastemperatur-Anzeige
Ladedruck-Anzeige
eventuell Öltemperatur-Anzeige

Soweit dazu von mir. Mechanisch sollte der Umbau kein Problem sein.
Das schwierige wird eher sein, den Motor vernünftig zum laufen zu bringen denke ich.

Was haltet ihr von der Sache für den Anfang mal?
Sollte funktionieren oder eher nicht?
Für Verbesserungsvorschläge bin ich immer offen.

Klar mit einer frei programmierbaren Steuerung wäre die Sache gleich besser,
aber wie gesagt, zur Eintragung benötige ich mal alles eher
in Serie mit vielen BMW Teilen. :)

LG Alex
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schaper
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Willkommen im Forum.

Für die ersten Versuche ok ("Jugend forscht"), aber nicht wirklich empfehlenswert:

Einspritzventile MUSS man serie lassen, sonst ist der Leerlauf zu fett und man fällt durch die AU. Alternativ etwas größere und dann den Grunddruck auf 2.5bar reduzieren. 2bar ist zu wenig und bietet hier keine gute Zerstäubung mehr. Der Einspritzventil-Kalkullator hilft.
Es ist schwierig die FMU so zu wählen, dass die eingespritze Kraftstoffmenge in allen Lebenslagen korrekt ist. Wir haben das mal vor 20 Jahren an M20 Motoren gemacht, ging bis 0.4bar ganz passabel. Immer dran denken, dass 0.4bar etwa 40% mehr Kraftstoff erfordern - entweder über Benzindruck oder über Durchlass (was wegen der AU schwierig ist)

Wichtig ist hierbei 98 Oktan zu tanken, weil das Steuergerät ja immer noch die Saugerzündung fährt.


Wir können übrigens freiprogrammierbare Steuergeräte (Link G4x) anbieten, die im Originalgehäuse eingebaut sind. Damit ist eine Eintragung selbst als H problemlos möglich. Viele sind schon lange in Histo-Cup Serien unterwegs.
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"Anything less than 1 bar is not boost. It's a vacuum leak" - Hannu Trevola
skyline131
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Ok erstmal vielen Dank für die Antwort!

Die Serien ESV 0280150200 vom M106 liefern bei 3bar > 314ccm laut der Bosch Düsenliste,
aber die kann ich ja nicht verwenden, da diese niederohmig sind und mit der Motronic 1.3 nicht funktionieren werden.

Deswegen wollte ich hochohmige 320ccm ESV verwenden.
Der Seriendruckregler vom M106 arbeitet mit 2,5bar und hätte ich auch da.

Aber dann komme ich mit der Berechnung der FMU auf ein Verhältnis von 12:1, was bedeuten würde bei 0,5bar Ladedruck und 6000 U/min ein Kraftststoffdruck von 5,61bar.
(Druck Neu = (Menge Neu / Menge Alt)^2 * Druck Alt )

Somit müsste ich den Ladedruck senken auf ca. 0,4bar, damit ich bei Vollast einen Kraftstoffdruck von max. 4,9bar erreiche. Sollte dann eine FMU im Verhältnis von 10:1 wieder sein bei einem 2,5bar Druckregler?

Das sollten die ESV noch mitmachen oder?

Eine frei programmierbare Steuerung wäre natürlich gleich besser und möchte ich auch dann definitiv in Erwegung ziehen, wenn ich weiß, dass der Motor funktioniert. 8-)
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schaper
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Im 179er Steuergerät ist die Kraftstofftabelle auf 210ccm (oder waren's 230ccm?) Einspritzventile vom M30B35 bei 3bar festgelegt. Für 3.5l Hubraum. Wenn du jetzt 320ccm verwendest, bekommst du deutlich zu vier Kraftstoff als Basis, d.h. dein Leerlauf wird viel zu fett. Hier wäre ein verstellbarer Druckregler angebracht, damit man den Leerlauf sauber bekommt. Den Überdruckbereich musst du dann "erfahren", also 10:1 oder 12:1
Denk dran, dass die Kraftstoffpumpe mit der Förderleistung deutlich runtergeht, wenn der Druck steigt. Die ESV machen bis zu 6bar problemlos mit.
Man kann das alles näherungsweise auslegen, die tatsächlichen Endwerte bekommt man durch ausprobieren
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skyline131
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Alles klar danke, dann werde ich mich mal vorsichtig herantasten
mit den Einspritzventilen und der FMU.
Gleichzeit wird immer die AFR Anzeige im Auge behalten und
die Abgastemperatur.

Was ich mich noch frage, der M106 Motor hat original kein Schubumluftventil?
Klar der Ladedruck wird über das externe originale Wastegate geregelt.
Aber wäre es ratsam ein SUV zu installieren, das die Ladeluft beim Gangwechsel
wieder vor den Turbolader leitet, oder ist dieses erst bei höheren Ladedrücken notwendig? :?
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schaper
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Schubumluftventil ist grundsätzlich notwendig, bei modernen Ladern mit engem Spaltmaß überlebenswichtig. Früher war die Technik nicht so filigran...
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